Freitag, 14. Juni 2013

Aufbruch: Partials 1 - Dan Wells

Zwischen Hoffnung und Verzweiflung

5 von 5 Sternen

Partials hat mich in vielerlei Hinsicht überrascht und es war angenehmer zu lesen, als ich es erwartet hätte. Zwar war ich durch die Inhaltsangabe darauf vorbereitet, was ich lese, trotzdem muss ich sagen, hat mir der leichte, erfrischende Schreibstil von Dan Wells das Lesen einfach gemacht. Zwar ist das Thema düster und ich war zu Beginn des Buches nicht wirklich in der Stimmung, dieses Genre zu lesen, aber die Art und Weise, wie Wells seine Geschichte erzählt, hat mich wirklich neugierig gemacht und ich hatte das Buch schneller durch, als ich dachte.

INHALT

Kira Walker lebt in einer Welt, in der es nur noch ein paar tausende echte Menschen gibt. Der Rest wurde in dem sogenannten Partials-Krieg ausgelöscht. Die Partials, künstlich geschaffene Menschen, haben sich gegen ihre Schöpfer gewendet und einen Virus entwickelt, der nahezu die gesamte Menschheit ausgelöscht hat und auch den Überlebenden keine Hoffnung auf einen Wiederaufbau macht. Denn der Virus verhindert, dass Neugeborene am Leben bleiben. Als eine ihrer besten Freundinnen schwanger wird und das ungeborene Baby praktisch dem Tod geweiht ist, entschließt sie sich auf eigene Faust mit einer kleinen Gruppe Verbündeter ein Heilmittel gegen den tödlichen Virus zu finden.

PLOT

Obwohl das Cover eigentlich genau das zeigt, was auch im Buch vorkommt, muss ich zugeben, dass ich doch irgendwie etwas anderes, eine andere Atmosphäre erwartet hab. Dennoch muss ich sagen, dass mir die Geschichte, so wie ich sie erlebt habe, sehr gefallen hat. Besser eigentlich noch, als das, was ich denn erwartet hatte. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass es das erste Mal ist, dass ich einen Roman von einem männlichen Autoren lese. Tatsache ist aber, dass der Aufbau locker und nicht zu fest gefahren ist. Simple Handlungen und Situationen kamen mir einfach anders vor und ab und zu hatte ich doch den Gedanken, dass das bei einer weiblichen Autorin evtl anders ausgesehen/beschrieben hätte/worden wäre. Beschreibungen sind kurz gehalten und wenn man sich an Filme wie "I am Legend" oder "After Earth" oder "The Time Machine" orientiert, dann kann man sich ganz gut die veränderte, verwilderte Welt vorstellen. Was mir gefallen hat, war dass man auch trotz fehlender medizinischer Ausbildung oder Studium in Virulogie die verschiedenen Anmerkungen bezüglich des Virus verstehen konnte. Und ob diese nun richtig oder falsch waren. Auf mich haben sie auf jeden Fall echt gewirkt und das ist ja eigentlich auch das einzige, was zählt.

Sehr schön im Buch war auch diese Zwiespältigkeit der einzelnen Personen und das Hin und Her gerissen sein zwischen "sich die Hoffnung lassen und etwas unternehmen" oder "sich mit der Situation abgefunden haben und aufgeben". Beides ist in dieser Buchwelt nicht einfach und die Entscheidung für die eine oder andere Seite schon gar nicht. Erst recht nicht, wenn man danach doch auf die andere Seite wechselt und was das für Konsequenzen hat. Obwohl die Geschichte doch zwischenzeitlich leicht und locker wirkt, kann man zwischen den Zeilen doch die Anspannung und Verzweilflung und teilweise eben auch das Aufgeben einiger Menschen spüren. Und das ist auch genau das, was die Überlebenden versuchen: Trotz der schwerlastigen Situation und dem Damoklesschwert über dem Kopf, das verbleibende Leben zu nehmen, wie es ist und nicht jeden Tag mit langem Gesicht durch die Gegend zu ziehen, sondern auch mal die "Probleme der Welt" zu vergessen.

Schön waren auch diverse Einzelheiten über große Veränderungen in der Welt nach den Kriegen: Kleidung zur Genüge vorhanden, ohne dass man viel Geld haben muss, um sich Armani oder dergleichen zu "leisten". Stattdessen geht man einfach in die leeren Verkaufshäuser und nimmt sich die Sachen. Oder dass es nur für besondere Leute und Gebäude elektrischen Strom gibt. Dass man nur noch per Pferd und Kutsche durch die Gegend zieht, wenngleich der Bewegungsfreiraum nicht sonderlich groß ist, da sich die meisten Menschen auf einer einzigen Halbinsel zusammengerottet haben.

CHARAKTERE

Ich will gar nicht jeden einzelnen aufzählen. Ich fand sie alle überzeugend. Vielleicht nicht jeden sympathisch, aber auch diese haben ihre Sache gut und überzeugend gemacht. Vor allem fand ich es toll, dass die einzelnen Mitglieder in Kiras Gruppe unterschiedlicher nicht sein könnten. Trotzdem wirken sie nicht wie vom Autor wild zusammengewürfelt, sondern erfüllen ihren Teil mit Bravur. Was die Liebesgeschichte angeht, bin ich im Buch öfter mal hin und her geworfen worden. Wie es am Ende aussieht, werde ich aber nicht verraten. Das sollte jeder für sich selbst. Hier muss ich auch anmerken, dass die Liebesgeschichte zwar einen wichtigen Bestandteil des Buches ausmacht, aber dennoch nicht das Hauptthema selbst darstellt. Das fand ich sehr angenehm.

FAZIT

Das Buch wartet hin und wieder mit einigen Überraschungen auf und während des Lesens entwickelt man doch so einige Theorien, die (bei mir jedenfalls) irgendwann doch sehr weit hergeholt wirkten, von denen man dann aber auch erst nach Betrachtung aller Details sehen muss, ob sie wirklich zutreffen könnten. Am Ende des Buches wird trotzdem etwas bekannt, womit man nicht wirklich gerechnet hat und was einen nur noch neugieriger auf den zweiten Teil macht. Ich für meinen Teil hab mich sehr unterhalten gefühlt und werde bestimmt auch den 2. Teil lesen. 

Donnerstag, 6. Juni 2013

The Cabin in the Woods

Von Horror zu Action und fast wieder zurück

(Rezension vom 5. März 2013)

4 von 5 Sternen

Eines verspricht der Film auf jeden Fall: Unterhaltung.
Schaut man sich einfach nur das Cover an, erwartet man im ersten Moment einen ganz gewöhnlichen Meuchelmörder-Horror im Wald. Ob darin übernatürliche Phänomene enthalten sind oder nicht.
Liest man sich dann aber die Inhaltsangabe durch, macht der Film auf jeden Fall neugierig.

Der Anfang ist recht stereotyp für einen Film dieses Genres, die Protagonisten entsprechen den typischen Klischees einer Jugendgruppe auf Wochenendtrip, der dann normalerweise nicht sehr glücklich endet. Dabei machen die Figuren aber einen recht guten Eindruck, obwohl es ein paar mehr Dialoge hätten sein können, um ihre Charaktere von den typischen “Horror-Teenies” zu unterscheiden. Im Nachhinein betrachtet wirken einige Elemente allerdings wieder gewollt parodisch. Ob das jedem gefällt, ist wohl jedem selbst überlassen.
Die erste Hälfte verläuft typisch nach Schema F, was ich fast schon wieder ein bisschen schade fand, da es den Anschein hatte, dass die Ansätze vom Anfang, die auf ausnahmsweise mal intelligente Horror-Teenies schließen ließ, wieder zunichte gemacht werden. Aber egal… Die erste Person stirbt und danach scheint doch noch ein bisschen Menschenverstand zurückzukehren.
Da die Inhaltsangabe das meiste eigentlich schon verrät, bringt es nichts, um den heißen Brei zu reden. Die Protagonisten werden also von Wissenschaftlern (wobei ich diese gar nicht mal als solche bezeichnen würde) manipuliert. Das ein oder andere Mal kam es mir schon merkwürdig vor, inwiefern die Personen so weit beeinflusst werden konnten, dass sie wirklich das gemacht haben, was sie sollten. Über das eigentliche Wie und Warum kann man während des Films spekulieren, aufgelöst wird das Rätsel erst zum Schluss, obwohl Ansätze schon im Laufe des Films zu erahnen sind.
In der zweiten Hälfte wird der Horror ganz klar ins Aus verdrängt und macht der Action Platz. Die Szenen haben mich an eine Mischung aus The Cube, Die Insel und einen sehr alten Horrorfilm mit einem Wachsfigurenkabinett (den Titel hab ich leider vergessen) erinnert. Definitiv eine Abwechslung im Film und im Genre, der Mix ist gelungen und dass die Protagonisten anfangen, sich anders zu verhalten als es der “Horrorfilm” vorschreibt, ist definitiv eine positive Plotwandlung – wären da nicht die “Puppenspieler”, die ihnen immer wieder einen Strich durch die Rechnung machen. Aber Held A und B können das System natürlich trotzdem austricksen und schlagen zurück. Hier gibt es aber wieder ein paar Schwächen, die nicht erklären, wie das “System” ausgerechnet solch fatale Fehler (zb. versteckte Kameras zu leicht zu entdecken) begehen kann, wo es doch schon seit Jahrhunderten in Betrieb ist.
Am Ende wendet sich der Film fast wieder dem Horror zu, wobei ich mir hier gewünscht hätte, dass er die Kurve ganz bekommt statt nur halb. So wäre alles nämlich wieder auf den Anfang gelaufen und hätte den Film sehr schön abgerundet.
Fazit:
Trotz einiger Kritikpunkte und Plotschwächen ein abwechlsungsreicher, unterhaltsamer Horror/Action-Film, der – sollte es eine Fortsetzung geben – auf jeden Fall noch ganz viel Potenzial nach oben hin bietet. Und das nicht nur in Bezug auf den weiteren Verlauf der Handlung, sondern auch was genau es mit diesem “System” auf sich hat. Denn die Idee ist allemal interessant und demzufolge ausbaufähig. Ob es dann aber noch in die Kategorie Horror fallen kann, bezweifle ich fast. Andererseits sind Filmemacher ja immer für eine Überraschung gut – positiv als auch negativ.



House at the End of the Street

Nichts Halbes und nichts Ganzes

(Rezension vom 5. März 2013)

2 von 5 Sternen

“The House at the End of the Street” reiht sich in die Mitte der momentan auf dem Markt vorhandenen Horrorthriller ein. Und dabei sticht es nicht besonders heraus, im Gegenteil, es wirkt sogar eher blass. Als Thriller könnte man den Film bezeichnen, Horror wohl kaum.
 
Die Grundidee ist gut. Ein Nachbarhaus, in dem ein Doppelmord passiert ist, der klassische einzige Überlebende der Familie, der zudem vom Großteil der Stadt gemieden wird. Die neu zugezogenen Nachbarn, die scheinbar als einzige den Mut aufbringen, sich um den vermeintlich tragisch allein Lebenden zu kümmern. Wie die Lösung am Ende des Films aussieht, ist durchaus interessant. Nur leider hapert es sehr in der Umsetzung. Zu wenig Spannungselemente, zu wenig Suspense. Dass kaum Blut vorhanden ist, ist nicht mal schlimm. Aber wenn schon eine Sache fehlt, sollte doch wenigstens die andere mehr vorhanden sein. “The Grudge” hat das wunderbar demonstriert, ja und selbst “The Messengers” war spannender.
 
Dann kommen hinzu die pubertierenden, reichen, verwöhnten Teenager, die ihren Eltern was vorgaukeln und ja ach so rebellisch sind, aber gleichzeitig die Lieblinge der High School. Mit denen wird sich als erstes befreundet, nur um gleich darauf ihr wahres Gesicht zu sehen und danach erst die “echten” Freunde zu finden.
 
Es werden eine Reihe von Geschichten angeschnitten (die Probleme mit ihrer Mutter zb), die aber auch beim Anfang bleiben und nichts davon wird irgendwie vertieft. Selbst die Hauptgeschichte wird zwar letztendlich erklärt, bleibt aber dennoch irgendwie mager in ihrer Ausführung. Von Emotionen zwischen den Hauptdarstellern mal ganz zu schweigen. Die wirken nur gewollt, aber ankommen tut beim Zuschauer nichts.
 
Selbst eine Jennifer Lawrence kann da nichts rausreißen, wenn das Script, die Kameraführung und der Cut nichts taugen. Und zugegeben, besonders hervorheben braucht man ihre Darstellung auch nicht. Die gezeigten Szenen der Hauptperson in den wichtigen Momenten kann man genauso gut mit Szenen aus anderen Horrorfilmen ersetzen, der Unterschied wäre kaum zu sehen.
 
Fazit:
Für mich wirkt der Film zwischen anderen Psychothrillern sehr schwach, wenn ich daran denke, dass ich zwischendurch schon auf die Uhr gesehen habe. Zum einmal Angucken (mit Freunden usw) kann man ihn sich ausleihen, kaufen würde ich ihn jedoch nicht. Dafür ist er mir momentan zu teuer.



Wife by Wednesday – Catherine Bybee

Weil der Zufall es so will…

(Rezension vom 01. Juni 2013)

4 von 5 Sternen

Da ich momentan irgendwie auf dem Trip bin, jede Menge Bücher von Catherine Bybee zu lesen, war es unmöglich, an dieser Reihe vorbeizukommen. Die Weekly-Reihe gehört genauso in die Chick-Lit-Spalte wie die Not Quite-Reihe, nur dass sie noch einen Ticken ‘übertriebener’ im romantischen Bereich ist. Das ist im Grunde nicht negativ gemeint, nur wusste ich gerade nicht, wie ich das erklären sollte.


INHALT

Sam Elliot betreibt eine Vermittlungsagentur, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, ihren Klienten Frauen zur Auswahl zu stellen, die sich bereit erklären, für einen gewissen Zeitraum einen Vertrag einzugehen, laut dem sie eine Art Vorzeige-Ehefrau spielen sollen. Mit dem Anfragen von Blake Harrison scheint ihr endlich ein großer Fisch ins Netz gegangen zu sein, denn sie braucht dringend viel Geld, um die Kosten ihrer pflegebedürfigen Schwester decken zu können. Das erste Zusammenkommen der beiden verläuft nicht wie geplant. Zum einen ist Sam “Samantha” Elliot, kein Mann, sondern eine Frau und zum anderen hat sie auch noch eine Stimme, wegen der Männer gern gewisse Hotlines anrufen. Blake Harrison ist fasziniert von dieser Frau und schlägt letzten Endes alle anderen, die im Sam Elliot vorschlägt, in den Wind, nur um ihr das Angebot zu machen, sie selbst würde seine Ehefrau – ohne intime Anbindung – für genau ein Jahr spielen. Die Kosten für ihre Schwester würde er tragen, inklusive eines weiteren Anteils für Sam selbst. Dass sie da nach ein bisschen Nachdenken nicht Nein sagt, ist vorprogrammiert. Und was danach alles für ‘Problemchen’ auftreten, kann sich wohl jeder denken.


CHARAKTERE

Wie eigentlich auch bei den anderen Büchern von Catherine Bybee sind mir auch hier die Hauptprotagonisten sympathisch. Blake ist der typische reiche Playboy, der sich im Laufe der Story aber ziemlich verändert. Und auch seine neue Seite hat mir von Anfang an gefallen. Mit Sam Elliot hatte ich anfangs ein paar Probleme, weil sie mir erst doch etwas stoisch und kalt vorkam. Das hat sich aber schnell gelegt und ich mochte es dann doch sehr, dass sie immer ehrlich war und eigentlich nichts vor Blake verheimlicht hat. Ehrlichkeit hatten die beiden zwar von Anfang an vereinbart, aber das heißt ja nicht, dass das auch beide so durchziehen. Sam hat mich da aber nicht enttäuscht. Bis zum Schluss ist sie ihrer Persönlichkeit treu geblieben. Bei Blake war das nicht ganz so, und das hat letztendlich eigentlich zu dem Dilemma geführt, was es am Ende noch gibt. Bybee hat das geschickt eingefädelt, denn normalerweise wäre Blake über diese eine Sache genauso ehrlich gewesen wie bei allem anderen auch. Nur durch gewisses Timing hatte sich das dann alles verschoben und in der Story ist dann eines nach dem anderen geschehen, sodass er im Grunde keine andere Wahl mehr hatte, als die Wahrheit hinaus zu zögern.
Die restlichen Figuren bleiben eigentlich recht blass, weil sie auch ziemlich selten auftauchen. Das fand ich nicht wirklich schlimm. Von einigen bekommt man ja noch in den Folgebüchern etwas mehr zu lesen.


PLOT

Die Geschichte schreitet recht zügig voran und hält sich nicht lange mit Beschreibungen und Abschweifungen auf. So hat man einen kontinuierlichen Lesefluss und muss nicht ewig auf das nächste Ereignis warten. Das ist womöglich mitunter ein Grund, warum die Nebencharaktere so blass bleiben. Die Geschichte beschränkt sich hauptsächlich auf Blake und Sam und die Entwicklung ihrer Beziehung. Die Geschichte war bis zu einem gewissen Zeitpunkt nicht ganz so vorhersehbar, wie ich anfangs gedacht hatte, und das hat mir gefallen, weil ich doch ziemlich lange im Dunkeln getappt habe. Nach diesem gewissen Zeitpunkt war allerdings alles klar. Im Großen und Ganzen war ich mit dem Ende zufrieden – ein Happy End ist ohnehin vorprogrammiert. Es gab nur ein paar Dinge, die ich dann doch etwas zu plump fand. Die Lösung, wer an was Schuld ist und wie damit umgegangen wird, fand ich doch irgendwie unlogisch und fast schon wieder zu übertrieben. Ich will dabei gar nicht mal ankreiden, das ein schöner Zufall den anderen jagt. Das ist bei solchen Stories erlaubt und sollte keinen stören, der diese Art Bücher mag. Aber am Ende gab es dann doch ein paar kleine Details, die ich einfach ~dämlich in ihrer Ausführung fand, weil sie einfach zu melodramatisch herüberkamen. Außerdem kommt hinzu, dass ich beim Finale eher auf etwas anderes gehofft hatte. Es wird im Buch mehr als einmal etwas über Sams tiefstes Geheimnis aus ihrer Vergangenheit erzählt, aber am Ende wurde dieses nicht als solches aufgelöst. Ich kann mir zwar denken, welches es gewesen sein soll, aber dass dieses dann doch irgendwie so nebenbei mal erwähnt wird, ohne Andeutung, dass das jetzt das Geheimnis war, fand ich etwas enttäuschend. 

Was mir auch aufgefallen ist, wenn man schon einige Bücher von Bybee gelesen hat, ist dass die Autorin doch einen gewissen Stil in ihren Charakteren verfolgt. Ein Reicher und einer weniger reich. Die Familie ist immer freundlich und nimmt die Neue warmherzig auf usw. Liest man das ein-, zweimal, ist das okay. Ich hoffe nur, dass das nicht in allen ihren Folgebüchern, die Bybee noch schreiben wird, auch so sein wird. Das wäre schade, denn langweilen tut es den Leser dann doch irgendwann.

FAZIT

Trotz ein paar Mankos für mich immer noch ein sehr unterhaltsames Buch für zwischendurch und für Leute, die im Moment gern Chick-Lit lesen ;) Ich fand es nicht ganz so gut wie die Not Quite-Reihe, bin aber trotzdem gespannt auf die anderen Weekly-Bände.

Sprache des Buches: Englisch

Fast & Furious 6

Letty’s back!

(Rezension vom 30. Mai 2013)

Das hier wird jetzt nicht wirklich eine richtige, kritische Rezension, aber wäre es eine, würde ich dem Film wohl die volle Punktzahl geben. Allerdings muss ich auch dazu sagen, dass er wahrscheinlich wirklich nur was für Fans ist oder eben für alle die, die nicht ganz so stark auf Logik und Physik achten.

Die Story selbst ist eine, auf die ich eigentlich schon die ganze Zeit gewartet habe, denn ich mochte Letty von Anfang an und es war schade, als sie nach dem ersten Teil nicht in den folgenden mitgemacht hat und im vierten dann ~sterben musste. Aber ein Dom ohne Letty ist wie ein Auto ohne Motor. Deshalb scheint es letztendlich auch nur logisch, dass sie überlebt hat. Wenn auch mit Gedächtnisverlust und der Tatsache, dass sie plötzlich auf der Gegnerseite steht. Grund genug für Dom also, auf Hobbs’ Vorschlag einzugehen und ihm bei der Verfolgung eines neuen Bösewichts zu helfen. Das grobe Ende ist ziemlich vorhersehbar, aber was soll’s. Auf die Art und Weise des Endes hatte ich ohnehin gewartet, denn mal ehrlich, wäre es anders ausgegangen, hätte mir der Film vielleicht nicht ganz so gefallen. Trotzdem gibt es ein paar Überraschungsmomente und dass die Macher es sich nicht haben nehmen lassen, einen Hinweis darauf zu geben, dass es durchaus einen siebten Teil geben könnte, war dann doch unerwartet. Ich hatte gedacht, der sechste Teil wäre der große Abschluss. Auf der einen Seite find ich es wirklich toll, auf der anderen bin ich aber auch skeptisch, weil es immer darauf ankommt, wer wieder mitmachen wird, wie die Story aussieht und was sie sich noch alles einfallen lassen wollen, um die Vorgänger zu toppen. Aber wenn man Vin Diesel und Paul Walker Glauben schenken kann, dann sie die beiden auf jeden Fall wieder dabei :D

Die Bilder sind teilweise wirklich spektakulär und die Stunts und Actionszenen können sich sehen lassen. Wie gesagt, man muss die logische Physik ein bisschen außen vorlassen. Solche Filme sind einfach nichts für die Realität. Zwar wurden die meisten Stunts tatsächlich so gedreht, wie es im Film gezeigt wird, und nicht gestellt, das heißt aber nicht, dass das im echten Leben auch so funktionieren wird. So viel Glück gibt es wirklich nicht. Aber wie gesagt, für den Film sind diese Teile wirklich wahnsinnig toll gelungen. Auch die Kampfszenen können sich sehen lassen. Teilweise hatte man wirklich das Gefühl, als würden sich die Darsteller tatsächlich gegenseitig so zusetzen oder als würde man die Schläge selbst spüren. Sie sehen weniger choreografisch und mehr ‘handfest’ aus.

Sprüche gibt es auch en masse und viele davon sind meiner Meinung nach mehr als gelungen.

Ich hab mich tierisch auf den Film gefreut und wurde nicht enttäuscht. Meinen Geschmack hat er auf jeden Fall getroffen und ich hab mich herrlich unterhalten gefühlt, was mitunter auch daran liegt, dass mir wirklich alle Schauspieler sympathisch sind ;) 


Not Quite Dating – Catherine Bybee

Ein süchtigmachendes Lesevergnügen mit Cowboys und viel Charme

(Rezension vom 27. Mai 2013)

5 von 5 Sternen

Nachdem ich von Catherine Bybee bereits Not Quite Mine (Not Quite series) gelesen hatte, dachte ich, das Buch wäre in sich abgeschlossen. Ist es im Grunde auch, aber trotzdem gibt es noch mehr Geschichten über die Morrisons. Durch Zufall hatte ich dann Not Quite Dating entdeckt, was sich als erster Band herausgestellt hat. Von der Inhaltsangabe angelockt und durch Not Quite Mine bereits einige Vorkenntnisse über die beiden Hauptpersonen dieses Buches, war ich doch sehr neugierig.

INHALT

Jessie Mann ist alleinerziehende Mutter und lebt zusammen mit ihrem 5-jährigen Sohn und ihrer Schwester in einem kleinen Apartment, während sie die Nachtschichten schiebt, um ihrem Kind ein möglichst sorgenfreies Leben zu bieten, in dem seine Mutter auch Zeit für ihn hat. Jack Morrison ist Erbe einer Milliardenschweren Hotelkette und hat genug von den Frauen in seinem Leben, die nur sein Geld, aber nicht ihn lieben. Nach einer tagelangen Junggesellenparty seines besten Freundes Dean landen die beiden zusammen mit zwei weiteren Freunden sehr früh morgens zur Ausnüchterung in dem Diner, in dem Jessie arbeitet. Jack ist sofort fasziniert von der Frau, die so gar nicht auf seinen Charme reagieren will. Ihm kommt dabei die Idee, sich als Teilzeitarbeiter auszugeben und nicht seinen richtigen Nachnamen zu verraten, in der Hoffnung, doch noch echte Liebe zu finden. Dennoch legt Jessie klar die Karten auf den Tisch: Ist der Mann mittellos, ist er für sie nicht von Interesse, denn sie braucht jemanden, der sie finanziell stützen und sich und ihrem Sohn eine bessere Zukunft bieten kann. Einen Mann fürs Leben mit dickem Konto. Das alles scheint aber nichts in Jack zu ändern, stattdessen ist er mehr und mehr fasziniert von der jungen Mutter und sucht fortan permanent Wege, in ihrer Nähe zu sein, um mehr über sie zu erfahren. Er bietet ihr an, ihr bei der Suche nach potenziellen reichen Kandidaten zu helfen und verstrickt sich dabei in ein immer größer werdendes Netz aus Lügen.

CHARAKTERE

Jack Morrison
Hat mir von Anfang an gefallen. Er sieht gut aus, ist charmant und seine lockere, witzige, gleichzeitig aber verantwortungsvolle Weise machen ihn wirklich zu einem liebenswerten Texas-Jungen. Vor allem seine Methoden, Jessie diverse “Geschenke” zu machen, ohne dabei zu verraten, wie er diese beschafft hat, haben bei mir mehr als oft ein Schmunzeln hervorgerufen. Es ist einfach zu süß, dabei zuzusehen, wie er permanent versucht, Jessie trotz ihrer Einstellung über einen reichen Heiratskandidaten von sich und der Tatsache zu überzeugen, dass wahre Liebe auch ohne Geld möglich ist und glücklich machen kann.

Jessie Mann
Ist sehr selbstbewusst und zeigt nach außen hin doch mehr ihre harte Seite und versteckt ihren weichen Kern. Eigentlich kann sie Jack von Anfang an nicht widerstehen und desto mehr versucht sie natürlich, ihre Gefühle zu unterdrücken, was natürlich nicht einfach ist, je länger Jack in ihrer Nähe ist. Auch Jessie war mir von Anfang an sympathisch. Sie ist frech, witzig und stur, manchmal ein bisschen naiv, aber vor allem sehr beschützerisch, wenn es um ihren Sohn geht. Und der geht bei ihr über alles. Er ist der Grund, warum sie sich so lange von Jack fernhalten konnte. Gleichzeitig ist dieser aber auch der Grund, warum sie Jack dann doch irgendwann in ihr Herz lässt.

Die Charaktere in dem Buch haben mich eigentlich von Anfang an überzeugt, ein paar wenige Nebencharaktere waren etwas blass, wie zb Jack’s Vater oder Jessie Mutter. In den wenigen Auftritten, die sie hatten, hätte ich mir gern mehr Authentizität gewünscht. Ansonsten haben mir wirklich alle Personen gefallen. Auch Monica, Jessie’s Schwester, die ich in Not Quite Mine nicht ganz so toll fand, weil sie für meinen Geschmack einfach zu sehr an “Erfahrung” und “Ratschläge” gestrotzt hat. Hier im ersten Teil ist sie etwas zurückhaltender und wirkt mehr wie eine Stütze für Jessie. Das hat mir gefallen.

PLOT

Der Ablauf der Story ist im Grunde recht vorhersehbar, und wenn man ein Buch von Catherine Bybee gelesen hat, das zu dieser Reihe gehört, dann weiß man eigentlich auch schon, dass es ein Happy End geben wird. Da ich aber auch den 2. Teil als erstes gelesen hatte, wusste ich ohnehin schon, dass es gut ausgeht. Dennoch war die Handlung sehr amüsant, und die Art und Weise, wie die beiden sich doch näher kommen, es äußerlich aber noch nicht richtig zeigen können oder wollen, war sehr unterhaltsam. Vor allem Jack tat einem immer wieder leid. Was mir hier auch gefallen hat, war dass nicht groß auf Drum Herum Geschehnisse geachtet wurde, sondern dass die Hauptstory rasch voran lief. Etwaige Abzweigungen in Nebenhandlungen hätten nur gestört. So musste man nicht lange warten, bis die beiden wieder aufeinander treffen. Nur der Schluss kam mir etwas schnell. Die Probleme wurden mir ein bisschen zu schnell gelöst. Aber vielleicht liegt das auch daran, dass ich mir den ganzen Ablauf des Finales etwas anders vorgestellt hatte/gewünscht hätte. Was mir in beiden Büchern aufgefallen ist, ist dass am Ende immer Morrison Senior auftaucht und alles ein bisschen ins Chaos stürzt. Hier im ersten Teil kreide ich das nicht an. Im zweiten würde ich es dafür schon eher tun. Die grobe Wiederholung des vollkommenden Chaos durch Eintreffen des Vaters ist für mich dann doch etwas einfallslos.

FAZIT

Eine unterhaltsame Romanze mit viel Charme, Cowboyhut und sympathischen Charakteren, die die Blätter dahinfliegen lassen. Mir hat Not Quite Dating sogar noch besser gefallen als Not Quite Mine. Deshalb gibt es hier auch volle Sternzahl, trotz einiger klitzekleiner Schwächen. Denn obwohl ich das Ende ein bisschen kritisiert habe, muss ich gleichzeitig auch zugeben, dass es zu dieser Art Büchern passt. Ich bin auf den Geschmack von Catherine Bybees Bücher gekommen und kann es mittlerweile kaum erwarten, bis der dritte Teil der “Not Quite”-Reihe erscheint, in dem es dann auch um Monica geht.

Sprache: Englisch

Not Quite Mine – Catherine Bybee

Unterhaltsame Story für zwischendurch

(Rezension vom 10. Mai 2013)

4 von 5 Sternen

Not Quite Mine ist eine dieser typischen High-Society-Hollywood-Storys und die Geschichte ist zwar nicht DIE Story schlechthin, aber doch recht gut gemacht und unterhaltsam, wobei ich zugeben muss, dass mir die erste Hälfte besser gefallen hat als die zweite. Aber dazu später.

INHALT

Katie Morrisson ist Tochter eines reichen Vaters, der sein Geld durch seine Hotelketten verdient. Ganz das Partygirl hat sie den Klatschblättern und ihrer Familie vorgemacht, das reiche, rebellische, verwöhnte Blondchen zu sein, das keinen Funken Anstand und Verantwortung aufbringen will. Am Abend der Hochzeit ihres Bruders legt jemand ein Baby direkt vor ihrer Hoteltür ab. Zusammen mit ihrer neuen besten Freundin/Schwester der Schwägerin ist sie natürlich geschockt und die ersten Nachforschungen bringen nicht ans Licht, wer es war und wem das Baby gehört. Ein Brief und eine Urkunde übergeben ihr als neue Adoptivmutter die Verantwortung über das kleine Mädchen. Und auch wenn ihr die ganze Sache nicht ganz geheuer ist und sie weitere Nachforschungen anstellt, so entscheidet sie sich doch erstmal dafür (ganz ihren eigenen Mutterwünschen folgend), in der Zwischenzeit für das Baby zu sorgen – ohne dass irgendjemand es mitbekommt. Aber ausgerechnet jetzt taucht Dean auf der Bildfläche auf, der beste Freund ihres Bruders – mit dem sie außerdem eine gemeinsame Vergangenheit hat, die nicht gerade friedlich beendet wurde. Jetzt muss sie nicht nur ihr Image eines Partygirls aufrecht erhalten, sondern das Baby auch vor Dean geheimhalten, der sich scheinbar so gar nicht von ihr fernhalten will.

CHARAKTERE

Katie und Dean sind recht sympathisch und auch ihre Familie kommt gut herüber, obwohl diese bis auf ihren Bruder keine großen Auftritte hat. Einzig Monica, die Schwester ihrer Schwägerin, war mir manchmal ein bisschen zu viel, da sie offenbar für alles eine Lösung oder Antwort parat hatte. Katies Charakter ist meistens doch realistisch herüber gekommen. Das reiche Girlie, das der Außenwelt nur etwas vorspielt, aber im Grunde doch mehr auf dem Kasten hat, als sie anderen zeigt. Auch die Entwicklung, die sie während des “Mama”-Daseins durchmacht, ist authentisch. Das Gleiche gilt im Grunde auch für Dean. Nur manchmal gab es Stellen, an denen ich einige Handlungen nicht ganz nachvollziehen konnte.

PLOT/STIL

Wie oben schon erwähnt ist die Story im Großen und Ganzen gut aufgebaut. Es gibt keine Längen und die Handlung schreitet recht zügig voran. Warum mir aber die erste Hälfte besser gefallen hat als die zweite, liegt einfach daran, das dieses Hin und Her zwischen Katie und Dean gerade das Unterhaltsame war und das meiner Meinung nach viel zu schnell geendet hat. Natürlich fand ich all die Szenen, in denen sich die beiden wieder näher gekommen sind, schön. Aber der Zeitpunkt, an dem die beiden wieder zusammenfinden und alles, was danach passiert, fand ich doch etwas zu schnell. Gerade bei der Vergangenheit der beiden hätte ich mir gewünscht, dass von Katies Seite mehr Widerstand kommt und auch, dass Dean sich nicht ganz so schnell wieder auf sie einlässt. Außerdem war der Schreibstil zum Ende doch etwas sehr… “cheesy”, würde ich das mal ausdrücken. Da war einfach ein bisschen zu viel “Zucker” drin. Und dass Dean dann auch noch so verständnisvoll in allen Situationen ist und wirklich ALLES für Katie macht… Ich weiß nicht, irgendwie war das ein wenig zu viel. Nicht, dass Letzteres etwas Schlechtes ist, nur wie es im Buch dargestellt wurde und wie er sich am Ende verhält, war für meinen Geschmack einfach ein bisschen zu schmalzig.
Nichtsdestotrotz ist das Buch leicht zu lesen, die Sprache ist einfach und teilweise witzig gehalten. Und auch wenn die Geschichte selbst doch recht vorhersehbar ist, so ist das Buch immer noch eine nette Romanze für zwischenurch ;) 

Sprache: Englisch 

Oblivion

Unterhaltsames Sci-Fi-Abenteuer

(Rezension vom 24. April 2013)

4 von 5 Sternen

Ich wollte nach dem doch relativ spannenden Trailer unbedingt den Film sehen, da dieser einen wirklich guten Eindruck auf mich gemacht hat und Tom Cruise – unabhängig von seiner Person selbst und ob man ihn nun mag oder nicht – immer noch ein guter Schauspieler ist. Aber mit Trailern und den eigentlichen Filmen ist das ja immer so eine Sache. Und das Prinzip wird auch hier bestätigt. Die Vorschau verspricht etwas ganz anderes.
 
Aber auch wenn der Trailer auf ein viel actiongeladeneres Spektakel hindeutet als der Film es letztendlich ist, so muss ich doch sagen, dass er mir trotzdem sehr gefallen hat. Oblivion ist meistens eher ruhig, was wirklich mit “philosophisch” beschrieben werden kann. Dann gibt es noch einige actionreiche Szenen und einige spannende Elemente, die wichtig sind, um letzten Endes das Rätsel zu lösen, das man in der zweiten Hälfte des Films langsam selbst zusammensetzen kann.
 
Wie in anderen Rezensionen bereits erwähnt, gibt es ein paar Sequenzen, die an andere erfolgreiche Sci-fi-Filme erinnern. Mir selbst sind nur “Independence Day” und “Matrix” aufgefallen. Diese jeweiligen Szenen sind aber nur kurz und nehmen Oblivion keineswegs die Eigenständigkeit. Ich bin da eher der Meinung, dass das vom Regiesseur so gewollt war – als kleine Hommage an andere Klassiker dieses Genres. Der Film steht immer noch für sich und hat seine eigene Geschichte, die dem Zuschauer ohne Hetzen erzählt wird. In der ersten Hälfte denkt man als Zuschauer alles zu wissen, in der zweiten wird einem klar, dass es mehr Schein als Sein ist und etwas ganz anderes hinter allem steckt. Aber genau das ist es ja, was einen (und diesen) Film so interessant macht. In der zweiten Hälfte sind definitiv mehr Dialoge und zum Ende hin werden die Hintergründe genau erklärt, ohne sich jedoch in Ausschweifungen zu verlieren. Das rundet das Gesamtpaket sehr schön ab.
 
An der Aufmachung gibt es nichts zu meckern. Die Hintergrundmusik ist sehr stimmig und untermalt die Atmosphäre sehr schön. Die Bilder sind gewaltig und beeindruckend und geben eine recht authentische, zerstörte und sich langsam wieder erholende Erde ab.
 
Zwar gibt es am Ende ein paar kleine Unklarheiten hinsichtlich einiger Konsequenzen aufgrund des “finalen Ereignisses”, die mindern aber keineswegs den Unterhaltungswert.
 
Ob es in dem Film auch “tiefgründige, gesellschaftskritische Aspekte” gibt, kann ich nicht genau sagen. Ich hab da wenig drauf geachtet. Wer welche gefunden hat, bitte. Für mich hat der Film auch so funktioniert, ohne dass ich etwas Tiefsinniges suchen musste. Im Endeffekt läuft ohnehin alles auf die eigenen, menschlichen Werte hinaus.
 
Jugendliche könnten vielleicht wirklich an einigen Stellen Langeweile empfinden. Ich hab mich kurz nach dem Film auch gefragt, ob ich ihn mir noch ein zweites Mal ansehen würde. Da war meine Antwort noch Nein. Mittlerweile muss ich aber sagen, dass ich das doch tun würde, irgendwann. Oblivion hat definitiv etwas. Wer ihn sich also ansehen möchte, sollte das entweder allein machen oder mit Leuten, bei denen man sicher sein kann, dass diese den Film genauso genießen können.


Rurouni Kenshin

So sollten alle Anime/Manga-Adaptionen aussehen

(Rezension vom 14. April 2013)

5 von 5 Sternen

 Als ich davon gehört hatte, dass Kenshin als Live-Action-Movie verfilmt werden sollte, war ich natürlich sofort Feuer und Flamme, wenngleich mit zwiespältigen Erwartungen. Einerseits freut man sich als Fan immer auf eine Verfilmung, andererseits hat man natürlich Angst, dass es ganz und gar den Bach runtergeht, Kleinigkeiten nicht passen oder die Originalgeschichte über Bord geworfen wird.
 
Dann hatte ich den Trailer gesehen und meine Vorfreude wurde größer. Und nachdem der Film dann die ersten 10 min hinter sich hatte, war ich mir bereits sicher, dass das einfach ein Erlebnis werden muss. Und ich wurde keineswegs enttäuscht. Der Film hält sich sehr an den Manga. Natürlich gibt es kleine Abweichungen, aber die gesamte Geschichte kann man nicht in einen einzigen Film packen. Dennoch… Das, was geboten wird, entschädigt jede Abweichung. Die Charaktere sind für japanische Verhältnisse ausgesprochen ernst und überzeugend. Natürlich gibt es die ein oder andere witzige Einlage. Diese sind aber eher verhalten und mindern ins keinster Weise die authentische Atmosphäre.
Als nächstes haben wir die Kampfszenen, die ohne jeden Zweifel überzeugen. Ja, die einen ja sogar immer wieder staunen lassen und man sich jedes Mal aufs Neue gesteht “Mann, das haben die echt genial gemacht!” Und ich bin in dieser Sache mittlerweile schon sehr kritisch. Doch hier wirkt nichts gestellt, kein einziges Mal.
 
Was mich aber am meisten zum Staunen gebracht hat, waren die Kameraführung und die Aufmachung der einzelnen Szenen. Es gibt eine Menge hervorgehobener Szenen, deren gewaltige Bilder tiefen Eindruck beim Zuschauer hinterlassen – jedenfalls haben sie das bei mir. Ohne übertreiben zu wollen, bin ich der Meinung, dass das schon Hollywood-Maße sind – mit ihrem ganz eigenen japanischen Touch. Das sieht man in diesem Film vor allem immer wieder bei den Kampfszenen. Natürlich fließt auch eine Menge Blut, allerdings ohne dass das irgendwie lächerlich wirkt. Einzelne Bilder sind geschickt in Szene gesetzt und lassen Kenshin in keiner Minute langweilig werden.
 
Der andere Punkt, der mir den Film noch mehr versüßt hat, war die Musik. Die passende Musik in den passenden Szenen, um die jeweilige Dramatik perfekt zu unterstreichen. Ich könnte wahrscheinlich den ganzen Tag einfach nur über die Hintergrundmusik schwärmen, so sehr hat mir das ganze Zusammenspiel gefallen.
 
Fazit:
Für japanische Verhältnisse ein echter Blockbuster, ohne dabei zu kommerziell und auf die Masse zugeschnitten zu wirken. Stattdessen beeindruckt er mit gewaltigen Bildern, die auch noch Stunden später nach Ende des Films auf den Zuschauer wirken. Ein Muß für Fans ohnehin. Und ich kann mir auch gut vorstellen, dass Nicht-Kenner ihren Spaß dran haben werden ;) Hier gibt es nichts zu kritisieren, weil wirklich alle Elemente eines Films perfekt miteinander harmonieren. Über eine Fortsetzung würde ich mich freuen, denn genug Handlungsmaterial gibt es ja. Aber wenn ein Teil 2, dann nur, wenn dieser atmosphärisch und szenen-technisch dem ersten das Wasser reichen kann.


Mittwoch, 5. Juni 2013

Vessel – Sarah Beth Durst

Es war eine wahre Freude, jede weitere Seite umzublättern.

(Rezension vom 24. März 2013)

5 von 5 Sternen

Nachdem ich Ice – Hüter des Nordens von Sarah Beth Durst gelesen hatte und es mich doch eher wenig begeistern konnte, war ich skeptisch, ob ich noch ein weiteres von ihr lesen soll. Als ich mir die Zusammenfassung von “Vessel” durchgelesen hatte, war ich aber so neugierig auf die Geschichte, dass ich der Autorin einfach noch eine Chance geben musste. Und siehe da, sie hat mich wirklich in keinster Weise enttäuscht!


INHALT

Liyana ist die Vessel ihres Clans, der in der Wüste lebt. Sie ist dazu bestimmt, ihren Körper als Behältnis für die Seele ihrer Göttin zu opfern, damit diese ihrem Clan die nächsten hundert Jahre Wohlstand und das Überleben sichern kann. Als das Ritual aber scheitert, wird Liyana dafür verantwortlich gemacht und allein in der Wüste zum Sterben zurück gelassen. Dem Ende und der Verzweiflung nahe, trifft sie auf Korbyn. Er stellt sich als der Trickster-Gott vor. Er hat also bereits erfolgreich seinen Platz in seiner Vessel eingenommen. Er erzählt ihr, dass ihre Göttin als auch andere Götter von anderen Wüstenclans verschwunden und wahrscheinlich entführt worden sind. Er überredet sie, ihm dabei zu helfen, die Vesseln der anderen Clans zu retten, bevor diese ebenfalls von ihren Clans verbannt werden oder gar Schlimmeres passiert. Während ihrer gemeinsamen Reise muss Liyana sich immer wieder selbst davon überzeugen, dass es ihr Schicksal ist, sich für ihre Göttin zu opfern und ihrer Rettung so schnell wie möglich entgegenzukommen. Das allein treibt sie an, obwohl sie sich eigentlich nicht sicher sein kann, ob sie Korbyn trauen kann. Immerhin ist er der Gott, der bekannt ist für seine Lügen und seine Tricks.


CHARAKTERE

In diesem Buch gibt es eine Vielzahl an Personen, die allesamt unterschiedlicher nicht sein könnten. Die Autorin schafft es, ihnen mit jeder Zeile mehr Leben einzuhauchen. Die Charaktere formen sich, je weiter die Reise durch die Wüste geht. Liyana ist eine starke, stolze junge Heldin, die ihren Weg geht und niemals ihr Ziel aus den Augen lässt. Im Laufe der Geschichte ist sie gezwungen, einige sehr wichtige Entscheidungen zu treffen – sowohl für ihren Clan als auch für sich selbst. Sie wird mit Konflikten konfrontiert, die sie so, wenn das Ritual seinen normalen Gang genommen hätte, niemals kennengelernt hätte, die sie aber letzten Endes souverän löst. Trotzdem erkennt man in vielen kleinen Augenblicken, dass auch sie nur ein Mensch mit Schwächen ist, der sich gern seinen Wünschen hingeben möchte. Man leidet mit ihr mit und wünscht sich selbst nur das Beste für sie.

Korbyn war mir vom ersten Wort an sympathisch. Seine ausgelassene, heitere, fast schon kindliche Art, die Weise wie Liyana ihn aus ihrer Sicht beschreibt, machen ihn zu einem angenehmen Gefährten, der, wenn aus drauf ankommt, auch seine Stärke und Entschlossenheit zeigen kann. Und dennoch, trotz der Tatsache, dass er ein Gott ist, hat auch er seine Ängste, die man nur allzu gut hinter seinen zahlreichen Geschichten und seiner Heiterkeit erkennen kann. Was mir an seinem Charakter eigentlich am meisten gefallen hat, ist, dass man wirklich bis zum Schluss nicht ganz genau weiß, wie er eigentlich denkt und was ihm wirklich wichtig ist. Man hat zwar seine Vermutungen, aber diese werden wirklich erst am Ende gelüftet. Sarah Beth Durst hat den Charakter dieser Person – passend zu seinem Spitznamen “Trickster” – über die gesamte Geschichte hinweg sehr gut verschleiert.
Auch all die anderen Charaktere wirken kein bisschen blass, sondern erstrahlen in ihren ganz eigenen Farben, selbst wenn einige von ihnen nur kleine Auftritte haben. Und die Bösewichte sind auch nicht durchweg böse, sondern zeigen auch ihre verschiedenen Seiten und dass jeder seine begründete Motivation für das hat, was er tut. Es ist ja bekanntlich immer derjenige der Böse, der auf der anderen Seite der Linie steht. Dabei konnte ich mir manchmal wirklich das Buch vor den Kopf knallen, weil eine gewisse Person so festgefahren in ihren Überzeugungen war, dass ich sie am liebsten geschüttelt hätte. Diese Naivität zähle ich dem Buch als Pluspunkt an, denn die Person verhält sich eben so, weil sie es nicht besser weiß und diese Kurzsichtigkeit ist zur Abwechslung mal nachvollziehbar.


STORY/PLOT

Faszinierend bis ins letzte Detail. Vor allem hat man am Ende das Gefühl, dem Höhepunkt und dem Finale einer Ära beigewohnt zu haben. Die Handlung schreitet logisch voran und die ganze Kultur und Zivilisation wird in so vielen Details Schritt für Schritt erklärt, dass man fast denken könnte, sie existiert mit all ihren Mythen und Legenden wirklich. Was ich auch sehr toll fand, war dass man wirklich bis zum Schluss nicht erahnen konnte, wie es endet. Das macht einen als Leser fast wahnsinnig und man mag kaum das Buch aus den Händen legen. Gleichzeitig ging es mir aber so, dass ich mich selbst dann doch ab und zu dazu zwingen musste, weil ich Angst hatte, das Buch zu schnell durch zu haben und Liyana und Korbyn zu schnell zu verlassen. Ich hab mich in ihrer Welt und ihrer Gesellschaft richtig wohl gefühlt und hab mit Genuss jeden Schritt ihrer Reise beigewohnt. Umso ängstlicher wurde ich dann beim Lesen, als ich die erste Hälfte des Buches plötzlich schon hinter mich gelassen hatte.

Die Dialoge sind… ja, kann ich gar nicht so richtig beschreiben. Ich würde sagen, sie passen sehr gut zur Story und sind ihren jeweiligen Charakteren angepasst. Bei Gesprächen in Gruppen wurde mit Bedacht gewählt, wer was sagt. Es wirkt keineswegs so, als würde die Autorin kurz jedem einen Kommentar zuwerfen, damit alle mal zu Wort kommen, ganz im Gegenteil. Würde ich die Sprache beschreiben, würde ich sagen, sie ist irgendwie poetisch, teilweise mit Stolz gefüllt und trotzdem hin und wieder witzig und frech, ohne dabei auszuarten.
 
Außerdem macht das Buch auch vor Schicksalen keinen Halt und man muss manchmal wirklich Angst haben, das einer der liebgewonnenen Charaktere der nächste sein könnte. Ich war anfangs sogar fast soweit, dem Buch nur 4 Sterne zu geben. Es gab einige… ~Hindernisse, deren Lösung ich mir beim besten Willen nicht vorstellen konnte und auf die ich eigentlich mit am meisten gespannt war. Wie diese Lösungen letztendlich aussahen, hatte sich dann nicht ganz mit meinen persönlichen Wünschen vertragen. Allerdings muss ich dennoch gestehen, dass sie so, wie sie sind, am besten und plausiblesten zum Buch passen. Deshalb eben doch 5 Sterne.

FAZIT

Eine gelungene Abwechslung zu den anderen Büchern, die ich davor gelesen habe. Es war eine wahre Freude, jede weitere Seite dieses Buches umzublättern. Ich würde fast sagen, ein Pageturner, aber der Ausdruck gefällt mir für dieses Buch irgendwie nicht. Hier ist es nämlich nicht so, dass man so schnell wie möglich liest, um zum nächsten großen, spannenden Ereignis zu kommen. Stattdessen fliegen die Seiten einfach so dahin, in einem gleichmäßigen Rhythmus, weil es einfach keine langweiligen Passagen gibt.
 
Außerdem hat mich schon lange kein Buch mehr zu Tränen gerührt (teilweise gab es Szenen, in denen die Verzweiflung und Resignation einer Person so deutlich waren, dass man das Gefühl hatte, man könnte die Trauer darüber förmlich greifen) und ich kann es nur jedem ans Herz legen, der diese Art Fantasy mit einem Hauch Romantik mag.

Edit:
Das mit dem Kurzfassen klappt auch nicht mehr…


Sprache: Englisch

Von der Nacht verzaubert – Amy Plum

Der Wow-Effekt war einfach nicht da

(Rezension vom 21. März 2013)

3 von 5 Sternen

Ich wollte dem Buch wirklich eine Chance geben und hab mich auch gezwungen, es zuende zu lesen. Letzten Endes bin ich aber froh, die letzte Seite endlich umgeschlagen zu haben. Vor Beginn dieses Buches hatte ich mich eigentlich darauf eingestellt, ganz sicher auch den 2. Band lesen zu wollen. Mittlerweile weiß ich aber, dass ich das nicht tun werde.


INHALT

Als Kate Merciers Eltern bei einem tragischen Unfall sterben, zieht sie zusammen mit ihrer Schwester Georgia zu den Großeltern nach Paris. Jede versucht auf ihre eigene Weise, ihr altes Leben und ihre schmerzvollen Erinnerungen hinter sich zu lassen. Während Georgia sich in das Nachtleben stürzt, sucht Kate Zuflucht in ihren Büchern bis sie eines Tages Vincent trifft, der es schafft, ihren Schutzpanzer zu durchbrechen. Bei Spaziergängen entlang der Seine und durch die spätsommerlichen Gassen von Paris beginnt Kate, sich in ihn zu verlieben nur um kurze Zeit später zu erfahren, dass Vincent ein Revenant ist. Die Liebe der beiden steht unter einem schlechten Stern: Vincent und seine Freunde sind in einen jahrhundertealten Kampf gegen eine Gruppe rachsüchtiger Revenants verstrickt. Schnell begreift Kate, dass ihr Leben niemals wieder sicher sein wird, wenn sie ihrem Herzen folgt.
Als erstes kam der Prolog und der hatte mich wirklich neugierig gemacht. Allerdings hatte ich etwas ganz anderes erwartet, als mir letztlich serviert wurde. Der Kampf um Vincents “Seele” ist nicht annähernd dramatisch, wie es anfangs gesagt wird, sondern in diesem Fall wohl wirklich eher metaphorisch gemeint.


CHARAKTERE

Ganz ehrlich, mit denen wurde ich nicht wirklich warm. Dafür waren sie mir einfach zu stereotyp und zu einseitig – von allen wird nur eine Seite gezeigt, die im Grunde nur einem Klischee folgt: Der Teddybär-Muskelprotz, das “Kind”, die “Lebensfrohe”, der “Rebellische”, der belesene alte “Erhabene” und der “Düstere”, der eigentlich lammfromm ist, aber eine dunkle Vergangenheit hat, für die er sich schämt. Jeder hat seine Geschichte, die Kate auch nacheinander alle erzählt bekommt.
Kates Handlungen waren für mich teilweise nicht nachvollziehbar und für meinen Geschmack hat sie viel zu früh von viel zu ernsten Gefühlen geredet. Das gleiche gilt für Vincent. Die ganze Kennlern-Phase hat ein völlig anderes Bild auf ihn geworfen, weshalb ich die Veränderung in ihm, von der später alle geredet haben, auch nicht wirklich sehen konnte.
Ich glaube, die einzigen, die mir wirklich ans Herz gewachsen sind, waren Kates Großeltern, vor allem ihr Opa. Trotz ihres Alters haben die beiden eine belebte Beziehung, die keineswegs eingeschlafen ist, und das konnte man auch durch Kates Beschreibungen erkennen. Was an Kates Opa auch noch sehr interessant war, ist dass er scheinbar mehr weiß, als er zugibt, nur leider wurde das in diesem ersten Teil nicht weitergeführt. Da ich leider keine Lust habe, auch den 2. Band zu lesen, werde ich also wohl nie erfahren, was es mit seinem Wissen auf sich hat.

Die Tatsache, dass der Bösewicht, ebenso wie die Guten, schon einige mehrere Jahrzehnte auf seinem Buckel hat, erkennt man leider nicht. Da ist kein bisschen Erhabenheit, Selbstsicherheit oder Ruhe zu erkennen, was nach so einer langen Zeit eigentlich Spuren hinterlassen sollte. Stattdessen führt er sich wie ein ganz normaler böser “Junge” auf, der ein bisschen zu viel Macht in seinen Händen hält und diese nach Strich und Faden ausnutzt. Dass er seine Macht über Jahrzehnte hinweg gefestigt und eine Art “Armee” der Numa aufgebaut hat, kann man sich kaum vorstellen, es sei denn, die sind alle nicht besonders helle. Selbst sein großer Plan wirkt plump und unüberlegt.
Die einzige Person, bei der man die Zeit seiner etlichen Jahre erkennt, ist der “Onkel” der Revenants. Bei Vincent und den anderen erkennt man das leider nicht wirklich. Da kommt ein Mädchen daher, das zufällig einen von ihnen um den Finger gewickelt hat, und trotz jahrelanger Vorsicht werfen die meisten ihre Abwehr über Bord und lassen das Mädchen in ihre Mitte.


STIL/PLOT

Der Schreibstil ist relativ flüssig und man kann sich schnell in die Szenen hineinversetzen. Beschreibungen sind meistens im richtigen Maß vorgekommen, nicht zu viel, nicht zu wenig. Nur manchmal wurden sie mir etwas zu genau und zu direkt. Man hätte sie mehr in den Textfluss/Ablauf einbauen können, statt sie wirklich als direkte, monotone “Beschreibung” erkennen zu lassen (das ist ein bisschen schwer zu erklären, ich hoffe, man weiß, was ich meine).
Die Idee zur Geschichte ist sicherlich interessant, sonst hätte ich das Buch womöglich nicht angefangen. Zwischendurch musste ich mich aber selbst nach dem Sinn dieser Wesen fragen, um die es hier geht – auch wenn die Autorin hier ganz klar auf die körperlosen “Schutzengel” Bezug nimmt, denen man im wahren Leben das ein oder andere lebensverändernde Glückserlebnis zuschreibt.
Was mich an der Geschichte eigentlich enttäuscht hat, ist der Aufbau der ganzen Handlung, die mich ungewollter Weise doch irgendwie an Twilight erinnert hat (auch wenn ich es wirklich nicht damit vergleichen wollte). Zurückgezogenes Mädchen trifft Jungen, der nicht gerade zu den Normalen zählt und den ein Geheimnis umgibt. Hier will sich ausnahmsweise mal das Mädchen vom Jungen fernhalten. Das funktioniert aber trotzdem nicht wie geplant. Letzten Endes kommen sie aber zusammen und dann beginnt das normale Alltägliche einer angehenden Beziehung. Sie haben Dates, nähern sich immer mehr an und “verlieren” sich fast in ihrer Leidenschaft. Die Familie des Jungen ist zweigeteilt. Die einen schließen sie natürlich sofort in ihr Herz, die anderen wollen sie am liebsten rausschmeißen. Dass sie dem Geheimnis soweit auf die Schliche kommt, dass die anderen es ihr erklären müssen, ist natürlich vorprogrammiert… So wie eigentlich alles andere auch vorhersehbar ist. Vielleicht muss Kate hier nicht aufpassen, dass ihr Freund ihr vielleicht das Blut aussagen will, aber ansonsten hebt sich dieses Buch nicht sonderlich ab. 3/4 der Geschichte handelt eigentlich davon, wie Kate sich langsam in das Leben der Revenants einlebt, bis es natürlich im Finale von den Erzfeinden der Revenants, den Numa, gefährdet wird. Der Auslöser ist bereits nach der Hälfte des Buches klar und das Finale selbst kann man sich dann auch schon denken, wie es abläuft.
Was mich am meisten genervt hat, war wohl, dass Kate am Ende jede Menge konnte, was normalerweise in einer (der seltenen und schon lange zurückliegenden) Mensch-Revenant-Beziehungen gar nicht möglich war. Aber bei ihr ging das – schon nach wenigen Wochen. Außerdem ging es mir irgendwann auch sehr auf den Zeiger, wie oft sie doch betonen musste, wie toll und übernatürlich schön Vincent denn aussah – einem Gott gleich, der so gar nicht zu ihrem Erscheinungsbild passt. Von den teilweise schnulzigen Dialogen zwischen den beiden will ich gar nicht erst anfangen. Um nicht zu viel zu verraten, erwähne ich auch nur, dass das im letzten Teil des Buches leider noch weiter ausartet. “Paris – Stadt der Liebe” hin oder her, manchmal sollte man auch seine Grenzen kennen.
Ich gebe aber zu, dass ich hin und wieder auflachen musste, weil es doch ein paar Stellen gab, die wirklich witzig waren.


FAZIT

Für mich einfach zu sehr Schema Twilight, auch wenn das wahrscheinlich nicht beabsichtigt ist. Allerdings scheint das ein Trend in den vielen Jugendromanen, die momentan auf dem Markt sind, zu sein und ich frage mich ernsthaft, was sich die Leute, die in den Verlagen sitzen, dabei denken, wenn sie so viele sich ähnelnde Plots drucken lassen.
3 Sterne = Ganz okay
Mehr aber leider nicht.

Department 19 – Will Hill

Toller Ansatz, aber in der zweiten Hälfte völlig in den Sand gesetzt

(Rezension vom 16. März 2013)


3 von 5 Sternen

Es gibt ja eine Menge Geschichten über Vampire und Co und es ist gewiss nicht leicht, in diesem Genre noch etwas völlig Neues zu erfinden. Will Hill hat mit Department 19 versucht, einen Mix zwischen Altem und Neuem zu schaffen. Ob ihm das gelungen ist, muss am Ende jeder für sich selbst entscheiden. Ich für meinen Teil wurde leider nicht wirklich überzeugt, dabei war die Idee wirklich gut. Ich beklage mich auch nicht darüber, dass hier viele bereits bekannte Dinge verwendet werden. Ganz im Gegenteil, ich mochte das, weil das irgendwie wie ein “auf Fakten stützen” war. Der Autor hat sich bewusst auf die Ursprünge bezogen und sie mit eingebunden, um möglichst viel Nähe zu den Klassikern zu schaffen. Es tauchen viele bekannte Namen auf, Bram Stoker, Mary Shelley und allen voran Carpenter. Ich bezweifle, dass es Zufall war, und dass der Autor bewusst die Verbindung zum Filmproduzenten gesetzt hat.

INHALT

Ende des 19. Jhds gelingt es Van Helsing und seinen Freunden, Graf Dracula zu besiegen, doch die “Krankheit” ist damit nicht ausgelöscht. Folglich wird eine Geheimorganisation gegründet, die sich fortan dem ~Problem stellen soll. Mit den Jahren und den Generationen wächst diese Organisation natürlich und ist letzten Endes auf der ganzen Welt verteilt. Jamie Carpenter stößt unfreiwillig dazu, denn seine Mutter wird von einem der ältesten Vampire überhaupt entführt. Und das nur, weil sein Vater damals der Organisation angehört hatte, bevor er von ebendieser niedergestreckt wurde, weil er sie verraten hatte. Ständig in Frankensteins Begleitung, versucht er mit allen Mitteln, seine Mutter zu befreien und ignoriert dabei nicht nur einmal die Regeln der Organisation, wobei einer der größten Verstöße wohl die Verbündung mit dem Vampirmädchen Larissa darstellt.

CHARAKTERE

Ich hab es wirklich bis zum Schluss versucht, aber wirklich warm geworden bin ich mit den Charakteren nicht. Ausgerechnet das Monster Frankenstein kam da noch am nähesten und wirkte für mich am “menschlichsten”, gefolgt von Larissa, die mir allerdings in der ersten Hälfte des Buches besser gefallen hat als in der zweiten. Jamie hab ich wirklich versucht zu mögen, aber es ging einfach nicht. Seine Handlungen erschienen mir unlogisch (trotz seiner Ausnahmesituation) und seine Gedanken zu wirr – abgesehen davon, dass er wirklich ständig seine Mutter im Kopf hatte. Das konnte ich auf der einen Seite verstehen, auf der anderen Seite hatte das aber nicht immer zur Situation gepasst. Der Rest der Charaktere wirkte recht stereotyp, sie fielen nicht besonders heraus aus der Masse. Die Bösewichte sind typisch böse und können eigentlich kaum durch Originalität glänzen – vorausgesetzt, man misst das nicht am Grad ihrer Grausamkeit und an der Menge an Blut, welches sie vergießen. Außerdem gibt es eine Person, die mir von Anfang an suspekt war und meiner Meinung nach ziemlich schnell zu durchleuchten ist. Deshalb hatte mich die Aufklärung letztendlich auch nicht überrascht.

STIL

Der Stil ist sehr… geschwungen, könnte man sagen. Es werden viele zusammenhängende Sätze verwendet, sowie eine große Anzahl an Schlangensätzen. Das fand ich teilweise störend, da ich mich ständig in den Sätzen verheddert habe und sie zwei- oder mehrmals lesen musste, bis ich den Sinn denn verstanden hatte. Der Autor schreibt sehr bildlich. An sich eine schöne Sache, nur bei den Umgebungsbeschreibungen hätte er einiges weglassen können. Das war manchmal zu viel und ich war mir auch nicht immer sicher, ob ich mir den Ort jetzt richtig vorgestellt hatte, denn am Ende hat irgendwas in der Handlung wieder nicht gepasst. Auch sind seine Beschreibungen, was diverse Verletzungen, Kämpfe etc betrifft, sehr genau – und es fließt wie gesagt eine Menge Blut. Auf der einen Seite bin ich immer ein bisschen zwiegespalten, ob man eine Altersbegrenzung machen sollte, auf der anderen Seite denke ich mir auch, dass es bei einem Buch immer noch etwas anders ist als bei einem Film, der einem schon die fertigen, gräuligen Szenen vorsetzt.

LOGIK

Diesen Punkt muss ich einfach extra setzen, weil ich nicht umhin kann, diesen zu kritisieren. Es gab wirklich sehr oft Stellen, an denen ich mich gefragt habe, woher derjenige plötzlich seine Informationen hat, obwohl laut Handlung gar keine Zeit war, dass ihm diese jemand hätte zukommen lassen können. Das hat mich irgendwann wirklich genervt. Das und das Ende, weshalb ich von ursprünglich 4 Sternen, die ich vergeben wollte, auf 3 runtergegangen bin. Das Ende, das Finale, was für mich eigentlich das Highlight eines Buches sein sollte, fand ich enttäuschend. Die Idee war sicherlich gut, aber die Ausführung mies. Das hat mit einer kleinen Sache angefangen und sich dann wie ein roter Faden durch den ganzen Rest gezogen. Gesteigert wurde das dann noch durch komische Handlungsabläufe und Szenen, die vollkommen vorhersehbar waren, und mehr und mehr unpassendes Verhalten seitens aller Charaktere. Die letzten fünf, sechs Kapitel wirkten, als wollte man sie vor allem auf ein breites Publikum schneiden, ungeachtet der letztendlichen Gesamtwirkung und dessen, ob sie dann auch noch ein halbwegs “würdiges Ende” abgeben.
Manchmal schien es mir, als würde der Autor hin und wieder selbst durcheinander kommen. Mal lag Schnee, dann war wieder Gras da. Vor allem, was die Vampire und ihre Eigenschaften angeht. Diese wurden immer nur angekratzt, aber nichts genau erklärt, sodass mir diverse Lösungen während der Kämpfe nicht immer schlüssig waren. Jamie wurde das zwar alles beigebracht, aber dem Leser wird das nicht genau erklärt.

FAZIT

Ein an sich interessantes Buch mit vielen tollen Ansätzen, die aber vor allem in der zweiten Hälfte stark nachlassen und eine Menge an Charme einbüßen. Auf der einen Seite haben mir die oben genannten Kritikpunkte sauer aufgestoßen, auf der anderen Seite wurde ich zudem einfach nicht mit den Hauptcharakteren warm. Letztes kann ein Buch ohnehin zu unterschiedlichen Meinungen führen, je nachdem wie der jeweilige Leser mit den Figuren klarkommt. Findet er diese sympathisch, kann er sicherlich über das eine oder andere leichter hinweg sehen. Ich selbst hatte mich dann irgendwann noch an die sehr spät entstehende, zaghafte Liebesbeziehung geklammert, aber selbst die… nun ja.
Ich hab mich beim Lesen – und das soll keine Kritik sein – auch irgendwie ständig an Harry Potter erinnert gefüllt, ohne diese beiden Bücher jetzt miteinander vergleichen zu wollen. Sie haben kein bisschen gemeinsam, nur fand ich eben die Atmosphäre ähnlich wie beim Zauberlehrling – mit dem Vermerk, dass mich Letzterer weitaus mehr mitreißen konnte.

Innerste Sphäre – Sarah Fine

Nicht ganz neu, aber doch irgendwie originell

(Rezension vom 11. März 2013)


4 von 5 Sternen

Das erste, mit dem ich das Buch während des Lesens verglichen habe, waren Silent Hill und Constantine. Das soll hier aber nichts Schlechtes sein. Eher im Gegenteil, es hat geholfen, mir meine eigene Vorstellung der Höllenstadt zu geben. Der Rest ist… nun ja, eine typische Liebesgeschichte im Urban-Fantasy-Universum.

INHALT

Lela Santos macht sich ungewollt auf den Weg in die Hölle, um ihre beste Freundin, die vor kurzem Selbstmord begangen hat, wieder rauszuholen. Denn dieser Ort, an dem ihre Freundin gefangen ist, ist Lela nicht unbekannt, stand sie doch selbst schon einmal vor dem Selbstmordtor. Auf ihre Rettungsaktion trifft sie auf Malachi, den Anführer der Wächter der Stadt. Und dem darf sie auf keinen Fall in die Finger geraten, denn er ist der Gefährlichste und Gnadenloseste, wenn es darum geht, die Stadt von nicht willkommenen Besuchern zu “säubern” und kurzen Prozess mit ihnen zu machen. Natürlich passiert aber genau das und sie sitzt erstmal in der Falle. Aber Malachi ist nicht, wie er scheint und erkennt, dass Lela anders ist als die Wesen, die er jagt. Deshalb will er sie auch nicht in der Stadt haben und setzt alles daran, sie rauszuschaffen.

Der Plot ist ausgeklügelt und nachvollziehbar und wer hat sich noch nicht gefragt, was nach dem Tod passiert? Dachten Selbstmörder bisher, sie seien erlöst, nachdem sie sich das Leben genommen haben, so merken sie spätestens am Tor, dass ihr Leiden kein Ende nehmen wird – ob nun gläubig oder nicht. Die Welt, die Sarah Fine geschaffen hat, ist heiß, düster und äußerst gefährlich, und nicht immer kann man den Unterschied zwischen Freund und Feind auf Anhieb erkennen. Gut und Böse halten sich geradeso die Waage, aber das Fass scheint langsam aber sicher überzukochen. Und außgerechnet Lela scheint zur falschen Zeit am falschen Ort gelandet zu sein und mit ihrem eigenen, winzigen Plan ihren Widersachern nur noch mehr in die Hände zu spielen.

CHARAKTERE

Was mich an diesem Buch vor allem fasziniert hat, sind die überzeugenden Charaktere, die durch ihre Hintergrundgeschichten glaubhaft und real wirken, ja irgendwie greifbar. Es wird auf geschichtliche Fakten und gegenwärtige Zustände zurückgegriffen, die vor allem Malachi und Lela echter den je wirken lassen. Ich will nicht zu viel verraten, aber wer das Buch gelesen hat, weiß denke ich mal, was ich meine. Vor allem gibt es hier kein unnützes Anhäufen von Leuten mit kaputten Problemen. Die Leute gibt es zwar schon, aber in dieser Stadt ist die große Anzahl ganz normal, denn die Leute hier haben sich ja nicht ohne Grund von heut auf morgen entschieden, sich das Leben zu nehmen. Malachi und Lela, beide vom Leben gestraft, brauchen einander, helfen einander und heilen einander.
Die Wächter, die Mazikin, der Heiler, der Schmied, der Richter… all diese Personen/Wesen überzeugen durch ihr simples Auftreten. Zwar haben sie nicht immer etwas zu sagen, aber allein die wenigen Szenen, in denen sie in Aktion treten, reichen aus, um sie als Teil der Stadt, aber keinesfalls als strohdumme Pappfiguren wirken zu lassen.

Einzig der Charakter von Nadia, Lelas bester Freundin, ist bei mir nicht so richtig angekommen. Ich weiß nicht, ob es Absicht war, dass sie mir wie eine Schablone vorkam. Was ich aber so gar nicht nachvollziehen konnte, war ihre Freundschaft zu Lela. Ich hab bis zum Schluss nicht verstanden, warum Lela so viel für Nadia durchmacht. Natürlich hätte es egoistisch geklungen, sich für sich zu entscheiden, als es letztendlich um eine Entscheidung ging, aber diese ganze Freundschaftssache hätte man am Anfang vielleicht noch ein bisschen ausbauen können, damit es doch irgendwie realer wirkt. Klar gab es am Ende eine Erklärung ihrerseits, aber auch die wirkte auf mich seltsam platt und abgedroschen – einem Klischee folgend, das man bereits am Anfang erkennen konnte.

STIL

Der Schreibstil ist eher einfach gehalten, ist sehr bildlich und gefühlvoll. Hin und wieder gibt es Exkurse in die heutige Teenager-Sprache und nicht nur einmal werden an den unpasssendsten Stellen unmögliche, aber witzige Vergleiche gezogen, wenn Lela in Situationen der Verzweiflung als letztes Mittel plötzlich frech und kühn wird.
Hin und wieder hat es mich gestört, dass Lela in ihren Gedanken und wenn es darum ging, Szenen zu beschreiben, einige Wordwiederholungen hatte. Auf ein 324-Seiten Buch fällt das dann schon etwas eher auf, wenn sie ständig einen heißen Atem auf ihrem Nacken spürt. Ich weiß zwar, was damit bezweckt werden sollte, dennoch hat es mich irgendwann ein bisschen genervt.
Die Dialoge sind von keinem Philosophen und das hat auch niemand erwartet. Sie entsprechen der Handlung und sind in den meisten Fällen wie aus dem alltäglichen Leben, wenngleich die Protagonisten irgendwann dazu neigen, eine ganze Rede zu halten, um sich zu erklären. Auch erschienen mir manchmal Lelas Entschuldigungen zu viel des Guten. Eine einfache Geste hätte an einigen Stellen besser gepasst.
Öfter als selten – und das ist jetzt aber nicht der Geschichte anzulasten – haben Wörter gefehlt. Vor allem, wenn in einem Satz “ich mich” oder “sie/er sich” vorkam. Meistens stand dann nur “sich/mich” etc dort. Einige mag das vielleicht nicht stören, mich schon, weil es einfach meinen Lesefluss unterbricht. Und wenn ich tief in einer Geschichte drin bin und dann durch so was wieder rausgerissen werde, ist das schade. Mich nervt so was. Ein, zwei Mal kann ich drüber hinweg sehen, aber hier ist es doch öfter passiert.

FAZIT

Trotz der paar wenigen Kritikpunkte ein lohnenswertes Buch, das mit seiner eigensinnigen Originalität und starken Charakteren, die mal nicht die 08/15-Vorstadt-Vorzeige-Unschuldigen sind, überzeugt. Wer sich die Inhaltsangabe durchliest, wird bestimmt neugierig auf das Buch. Das wurde ich auch, obwohl ich lange nichts gelesen habe. Einziger Wermutstropfen war für mich, als ich beim 2. Blick das “Band I” gelesen hab und ich mich wieder auf einen Mehrteiler einstellen musste. Das birgt bei mir immer die Angst, ein nur halbwegs zufriedenes Ende zu erwarten und senkt die Hoffnung drastisch auf ein zufriedenes. Ob ich mit diesem Ende zufrieden bin oder nicht, verrate ich nicht. Das soll jeder für sich selbst entscheiden ;) Tatsache ist jedenfalls, dass ich mich tierisch auf den 2. Teil freue, denn was ich vor allem an dem Buch so schön finde, ist dass hier der jeweils andere sein Gegenstück erst in der Höllenstadt finden konnte. Beide hätten sich im normalen Leben niemals getroffen, weil sie aus ganz verschiedenen Zeiten und Ländern kommen, und wenn sie nicht gestorben wären, hätten sie ihr ganzes Leben lang ohne diesen heilenden, anderen Teil auskommen müssen.

Dredd

Rasante Action mit “Slo-Mo”

(Rezension vom 11. März 2013)

5 von 5 Sternen

Den Comic “Judge Dredd” kenne ich nicht, also kann ich den Film damit schon mal nicht vergleichen, und die alte Verfilmung mit Silvester Stallone hab ich zwar gesehen, aber das ist so lange her, dass ich kaum noch Erinnerungen daran habe. Deshalb hatte ich auch kaum eine Ahnung, auf was ich mich hier einlasse, obwohl der Name “Dredd” schon etwas in meinem Gedächtnis wachgerüttelt hat.

Eine düstere Zukunft, in der die Menschenheit durch ~Verrottung auf ein Minimum geschrumpft ist und sich in City One zusammenkauert; in der das Verbrechen die Oberhand hat und das Gesetz nur schwer dagegen angehen kann. Die Polizei ist härter, macht schneller kurzen Prozess und geht kaum noch auf Verhandlungen ein. Wer ein Verbrechen begeht und erwischt wird, kommt etweder in den Cube oder stirbt. In den Entscheidungen wird nicht lang gefackelt. Dredd oder besser DER Dredd wird mit seinem Rookie in einem Riesenwohnkomplex eingeschlossen und fortan von einer Horde Gangmitgliedern durch das gesamte Gebäude gejagt. Die Handlung jagt voran, ohne dabei zu schnell zu sein, und wird immer wieder durch “Slo-Mo” unterbrochen, was sich hier passenderweise auf die vom Drogenkartell vertriebene Droge “Slo-Mo” bezieht und dementsprechend mit dem gleichnamigen Stilmittel “Slow-Motion” dargestellt wird. Gegensätze werden miteinander konfrontiert und haken wunderbar ineinander, sodass die Balance im Film auf simple aber dennoch wirkungsvolle Weise gehalten wird. Die rasante, trostlose Welt von City One steht “Slo-Mo” entgegen, was für den Effekt zuständig ist, alles etwas langsamer und farbenprächtiger zu erleben.
Trotz der Düsternis sind die Bilder eindrucksvoll, klar und fast schon malerisch und während der Slo-Mo-Sequenzen vervielfacht sich dieser Effekt.

Seit langem konnte ich mal wieder einen Film genießen, ohne irgendwelche Voruteile zu haben oder groß über irgendetwas im Film nachzudenken. “Dredd” bietet jede Menge Action, Spannung und Unterhaltung. Die kurzen Dialoge und die knappe Einleitung reichen aus, um den Zuschauer sofort die Umstände zu vermitteln und sich “heimisch” zu fühlen. Die “Dark Future” ist hautnah und man kann sich vollends auf die Figuren und das Geschehen konzentrieren.

Karl Urban spielt seine Rolle als Dredd überzeugend und dadurch, dass er seinen Helm nie abnimmt, strahlt er eine gewisse Unantastbarkeit aus. Hart, autoritär und kompromisslos setzt er sein Recht durch, denn “Er ist das Gesetz”. Und dennoch strahlen hier und da mal kleine Ansätze durch, die einem zeigen, dass auch er nur ein Mensch ist.

Atmosphärisch reiht sich der Film wunderbar in “Mad Max”, “The Crow” und “Total Recall” ein und steht diesen in nichts nach. Schade, dass der Film so wenig Anerkennung bekommen hat. Definitiv unterbewertet und von meiner Seite her eine klare Empfehlung.


Skyfall – 007

Gelegenheits-Bond-Gucker

(Rezension vom 26. Februar 2013)

5 von 5 Sternen

Als Gelegenheits-Bond-Gucker sehe ich mir nicht jeden 007-Film an. Ich kenne noch die Filme von damals, die ich als Kind wirklich verschlungen habe, und Sean Connery und Roger Moore bleiben für mich einfach die 007-Figuren schlechthin. Mit der Zeit die Darsteller zu wechseln, ist wohl unausweichlich. Trotzdem habe ich die Lust am Gucken verloren gehabt und mit Pierce Brosnan war ich ohnehin nie wirklich zufrieden. Kann ich einen Schauspieler nicht leiden, kann der Film noch so gut sein. Sehen muss ich ihn trotzdem nicht. Dann kam irgendwann Daniel Craig, mit dem ich noch weniger anfangen konnte, weil ich ihn einfach nicht kannte. Aber zu der Zeit hatte ich sowieso das Interesse an den Bond-Filmen verloren.

Letztendlich hat mich der Trailer zu Skyfall doch wieder neugierig gemacht, obwohl ich damals, als ich Adele’s Song dazu gehört hatte, immer noch keine Lust auf den Film hatte. Und nun ist es doch so weit gekommen. Und mir hat das Gucken Spass gemacht, obwohl der Film wirklich sehr lange geht. Dennoch hab ich mich keine Minute gelangweilt. Die Story ist interessant, vielleicht nicht ganz so actionreich wie die Vorgänger, aber dennoch seinen Namen wert.

Die Bilder sind gewaltig und nicht ohne Grund in dieser Kategorie nominiert gewesen. Außerdem macht vor allem der Bösewicht, gespielt von Javier Bardem, seine Sache sehr, sehr gut. Nach “No Country for Old Man” bin ich aber ohnehin überzeugt von seinem Können. In Skyfall gibt es vor allem eine Szene zwischen ihm und 007, die mir wirklich sehr gefallen hat, bei der ich auch sehr schmunzeln musste, weil die beiden Schauspieler diese wirklich aufregend amüsant dargestellt haben. (Wahrscheinlich ist da jedem Yaoi/Shonen-Ai-Fan das Herz ein bisschen höher geschlagen. Ich für meinen Teil hatte meinen Spass…hihi)

Seinem 50. Jubiläum wird der Film gerecht. ich bin kein fanatischer Bond-Gucker, der alle Filme ständig miteinander vergleichen muss. Ganz ehrlich, das macht auch keinen Spass. Der Film vereint Neues mit Altem, greift auf die Klassiker der früheren Bond-Zeit zurück und macht seine Sache dabei sehr gut. Zudem bringt Daniel Craig einen gewissen Charme mit in seine Rolle, was bei einem Bond wirklich nicht fehlen darf und der rar gesähte Humor runden die ganze Sache ab.

Der Film geht mit der Zeit und dennoch bewahrt er meiner Meinung nach den Kern der Bond-Saga.
Für mich ein gelungenes Jubiläum und ich ziehe ernsthaft in Erwägung, mir auch die anderen Bond-Filme mit Daniel Craig anzuschauen ;)